Berufsfotograf Jan Kocovski über seine “Art der Fotografie” und dem Alltag eines Berufsfotografen

Berufsfotograf Jan KocovskiJörg (Betreiber von www.photab.de) bat mich, Jan Kocovski, einen Beitrag über meine Art der Fotografie zu Beschreiben um Euch aus meinem Alltag einen kleinen Überblick zu verschaffen. Wie auch bei meinen eigenen Blogs tue ich mich immer sehr schwer damit einen Anfang zu finden. Aber vielleicht fange ich am besten mit meinem aktuellen Jahr an; Ich habe mich dieses Jahr ein wenig zurückgezogen und deutlich weniger kommerzielles geschossen als die vergangenen Jahren. Das hat natürlich einen Grund und der lautet nicht „wegen Reichtum geschlossen“. Ich brauchte eine Auszeit und wollte mehr freie Arbeiten schießen und dafür brauche ich einfach die Zeit um Projekte sinnvoll auszuarbeiten und zu planen. Ich gehöre zu den Berufsfotografen die sehr viel Zeit und Energie in die Planung stecken um dann am Tag der Produktion den Kopf frei zu haben um sich kreativ ausleben zu können.

Ich gehöre ganz sicher nicht zu den ordentlichen Bürokraten in unserem Land, eher das Gegenteil ist der Fall. Aber trotz meiner durchaus chaotischen Art habe ich für mich selbst erkannt das ich ohne eine anständige Planung am Tag der Produktion viel zu sehr mit anderen Dingen Beschäftigt bin. Da sind wir eigentlich auch schon dem Thema angelangt: Planung von Produktionen. Dazu könnte ich jetzt wahrscheinlich Romane schreiben und Namen von Fotografen nennen die bei meinen mehrere Monate andauernden Seminaren dabei waren und deren Ergebnisse sich alleine durch sinnvoll ausgelegte Planung rapide verbessert haben. Wer heute noch der Meinung ist das Fotografie auf hohem Niveau einzig und allein aus dem Bauch heraus kommt hat sich dramatisch getäuscht oder denkt auch heute noch das Werbefotografen ein Rockstar Life haben.

Ein zweiter Grund für etwas weniger kommerzielles ist das ich Abstand gebraucht habe und mich mit anderen Menschen umgeben wollte. Im letzten Jahr gab es so viele Fragen per E-Mail, Telefon und Facebook wann ich den mal wieder Workshops und Seminare anbiete. Also habe ich mich entschlossen in 2010 ein wenig mehr in diesem Bereich zu machen und meinen neue Assistenten Steven, der seit wenigen Wochen bei mir ist, sinnvoll einzuarbeiten. Er wird perspektivisch die Studio Leitung (www.123mietstudio.de) übernehmen und ist der wichtigste Mensch in meinem beruflichen Leben. In 2011 wird es dafür dann wieder viel weniger Workshops geben und ich gehe zurück in neue alte Strukturen.

Da ich aber auch fotografisch nicht ganz untätig war in 2010, habe ich ein paar schöne arbeiten zusammengestellt die ihr euch im Rahmen meines heutigen Beitrags nebenbei ansehen könnt. Die Zusammenstellung ist eher willkürlich und beinhaltet sowohl kommerzielles als auch freies.

Fotografisch gehöre ich vermutlich eher zu den Kollegen die es etwas cleaner brauchen. Schätze das erkennt man relativ gut an meinen Kompositionen und der Wahl meiner Hintergründe. Grade bei letzterem setze ich nur sehr selten Papier ein sondern mag neutrale Wände deutlich lieber. Wie viele meiner Kollegen mag ich natürlich auch Dauerlichtquellen von Arri sehr gerne nur findet sich leider viel zu selten die Gelegenheit sie einzusetzen.

Ich bin ein Pendant wenn es um Licht geht und arbeite sehr akribisch an Kombinationen zwischen alten und modernen Techniken. Graden etwas härtere Lichtquellen sind in den vergangenen Jahren mein Lieblingsspielzeug geworden. Was nicht bedeutet das ich gänzlich auf „Weichmacher“ wie Softboxen verzichte. Allerdings setze ich sie wenn überhaupt nur sehr selten ein. Meistens arbeite ich lieber mit Diffusionsfolien und –Tüchern. Technisch bin ich vor zwei Jahre von Elichrom auf Hensel umgestiegen. Für meine damalige Wahl gab es viele Gründe die wahrscheinlich den Rahmen dieses Beitrags gänzlich sprengen würden. Einzig zu sagen das ich sehr glücklich mit meiner Lichttechnik bin sollte genügen.

Ich arbeite häufig mit Generatoren und den passenden Blitzköpfen, setze aber auch wenn ich mal weniger Licht brauche gerne Kompaktblitzköpfe ein.

Nach einer kleinen Umstrukturierung des Studios letztes Jahr habe ich auch die Vermietung von Studiofläche begonnen. Dazu passte auch prima das ich nun mein Hensel Equipment sowie alles von California Sunbounce vermiete… und das nicht nur im Studio sondern auch extern.

Parallel zu all dem was gerade passiert bin ich auch noch dabei eine neue Ausstellung vorzubereiten die im nächsten Jahr startet. Geplant sind im Moment vier Länder mit einigen Städten und ich freue mich schon wie ein kleines Kind darauf. Mehr dazu werde ich aber erst im letzten Quartal auf meinem Blog sagen.

Das war es nun von mir und ich danke Jörg (Betreiber von www.photab.de) sehr für seine Beharrlichkeit und seine Geduld.
Er hat nämlich sieben Monate auf mich warten müssen bis ich die Zeit gefunden habe seiner Bitte nach diesem Beitrag nachzukommen. Aber es war mir wie immer eine große Freude.

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